Jahrestagung des IAK, 23.–25. September 2018

Historische Städte sind mit ihrer Vielzahl von möglichen Einzelorten der Textproduktion, der Textaufbewahrung und der Textrezeption mehrsprachige Areale sprachlicher Vielfalt und sprachlichen Innovationspotentials. Neben Texten von Institutionen wie der städtischen Kanzlei sind in historischen Städten auch Texte weiterer Orte der Schriftlichkeit (etwa Klöster, Kirchen, Offizin, Universität) ebenso präsent wie Texte von Individuen (etwa Prediger, Notare) und Gruppen (etwa Kaufleute). Gerade das sprachliche "Agieren von Individuen […] in historischen Zusammenhängen" (R. Hünecke, in: Historische Textgrammatik. Hg. von A. Ziegler, II, Berlin – New York 2010, S. 989) und institutionellen wie nicht-institutionellen Situationen findet in der jüngeren Sprachgeschichtsforschung zunehmende Aufmerksamkeit.

Ziel der Tagung ist es, das Potential der vielfältigen Textüberlieferung im Kontext unterschiedlicher Institutionen, Orte und Akteure in historischen Städten für stadtsprachgeschichtliche Fragestellungen zu diskutieren.

Als Themenbereiche für die Frage nach Institutionen, Orten der Schriftlichkeit und Individuen im Spektrum einer historischen Stadtsprache bieten sich an

  • Sprachhandeln und Textproduktion in der Stadt von unterschiedlichen Akteuren
  • Ausbildung und Etablierung (neuer) sprachlicher Varietäten in der Stadt
  • Entwicklung und Nutzung von Textsortenkonventionen in der Stadt
  • Domänenzuwachs für den (schriftlichen) Gebrauch der Volkssprachen in der Stadt
  • Wandel und Wechsel urbaner Leitsprachen in der Stadt
  • Kommunikationsräume in der Stadt und Entfaltung von Diskursen

Informationen zum Programm, den Tagungsort und zur Unterkunft finden Sie hier.